Für den 20.5. hatte der awb Landkreis Karlsruhe zu einer Informationsveranstaltung über die Planungen einer neuen Deponie der Klasse II für mineralische Restabfälle in die Balthasar-Neumann-Schule in Bruchsal eingeladen.
Die Veranstaltung war mäßig besucht. Aus den Rathäusern der betroffenen Kommunen waren der Bruchsaler Oberbürgermeister Sven Weigt, die Ubstadt-Weiherer Bürgermeisterin Katharina Kimmich und der Forster Bürgermeister Hajo Böser anwesend.
Zunächst wurde erläutert, wie die Standortsuche für eine neue Deponie für mineralische Abfälle der Klasse 2 erfolgte und welche Kriterien dabei angewendet wurden. Anschließend wurde begründet, warum sich die Deponie Bruchsal als der beste der untersuchten Standorte herausgestellt hat und als „Deponie auf Deponie“ gut geeignet ist.
Hierzu gab es viele Wortmeldungen aus der Zuhörerschaft. Hauptsorge der Anwesenden ist, dass die Abdichtung der Deponie, die 1972 in Betrieb genommen wurde, keine zusätzlichen Lasten aushalten und in der Folge das Grundwasser durch Radioaktivität und krebserregende Stoffe kontaminiert werden könnte. „Plastikfolien schirmen keine Radioaktivität ab und werden nach ca. 100 Jahren porös.“ Auch eine mögliche Beeinträchtigung der Umgebung durch Staubentwicklung wird als Gefahr gesehen: „Wenn durch den Klimawandel es häufiger zu Starkwinden kommen kann, könnte auch radioaktiver oder asbesthaltiger Staub von dem Müllberg in die Umgebung gelangen“.
Die Sachverständigen des awb LK Karlsruhe versuchten, all diese Befürchtungen zu entkräften: Es werde eine sichere Abdichtung unter die neue Deponie verlegt. Mögliches Absenken kann durch Verdichtung verhindert werden und nach 60 Jahren, bzw. wenn das geplante Gesamtvolumen erreicht ist, soll die Deponie wasserdicht abgedeckt und renaturiert werden. Die jetzigen Kontrollen von Sickerwasser auf der Gesamtfläche und der Ausgasungen am nördlichen Müllberg bleiben bestehen. Durch zusätzliche Abdichtungen würde die Sicherheit insgesamt durch die neue „Deponie auf Deponie“ sogar erhöht.
Für ein Umweltgutachten wurde eine Betrachtung der Fauna auf dem Gelände durch einen Biologen durchgeführt: Im Bereich der Deponie festgestellte Vogelarten, Reptilien und Amphibien sind auch anderswo in der Umgebung heimisch und auf der Deponie nicht einzigartig. Es wurde keine besonders schützenswerte Spezies gefunden.
Für viele der Zuhörenden war irritierend , dass die Anlieferungen nicht auf den Landkreis Karlsruhe beschränkt bleiben sollen. „Wenn wir schon die Verpflichtung für unseren Landkreis, eine Deponie bereit zu stellen, anerkennen, wieso darf dann jeder auch von außerhalb anliefern“. Die Antwort war, dass die Kosten der Anfahrt das schon regeln würden.
Inwieweit die in der Infoveranstaltung gelieferten Erklärungen die Bedenken der anwesenden Zuhörer*innen zerstreuen konnten, blieb offen. In der letzten Wortmeldung war die Enttäuschung über die Planung greifbar: „Man hat uns damals eine Renaturierung versprochen. Das wird jetzt nicht erfüllt. Wann ist dann endlich wirklich Schluss? Das werden die meisten hier nicht mehr erleben!“
mehr Details zum Vortrag: https://deponie2.de/
Infoveranstaltung zur Mülldeponie Bruchsal